Kostentreiber der Abwassertechnik + Gegenmaßnahmen

Kostentreiber der Abwassertechnik + Gegenmaßnahmen

Hier gibt es den zum Thema passenden Podcast zum Hören

 

Punkt 1: Abwasseranfall. Ist der Abwasseranfall während der geringeren Produktion wirklich weniger geworden? Bei vielen, zu vielen Galvanobetrieben stammt weniger als 50% des gesamten Abwasseranfalls aus den Spülprozessen. Selbst geringerer Laufzeit der Galvanoanlagen ist dann der Abwasseranfall fast unverändert. Ein guter Grund den Abwasseranfall genauer zu analysieren. Machen Sie eine einfache Wasserbilanz: wieviel Frischwasser wurde bezogen – wieviel Spülwasser wurde in den Galvanoanlagen genutzt – wieviel Abwasser wurde in den öffentlichen Kanal abgegeben. Bei verminderter Produktion dürfte auch wenigerAbwasser aus den Galvanoanlagen anfallen. ABER hat sich auch die in den Kanal abgegebne Menge reduziert? Ist wirklich signifikant weniger Abwasser angefallen?

Bei einer solchen Analyse fällt zu häufig auf, das nur 40-70 % des anfallenden Abwassers wirklich aus den Spülprozessen kommt. Die Erklärung ist meist schnell da: es handelt sich um Reinigungswässer oder so.  Bei der Kostenbetrachtung jetzt, dürfen Sie sich die Frage stellen, ob dieser Abwasseranfall = Kosten sich direkt positiv auf das Beschichtungsergebnis, also Ihre Produktion auswirken. Nehmen wir ein Beispiel: die Reinigung der Chemikaliengebinde. Das hat nichts mit Ihrer Produktion zu tun und wirkt sich daher auch nicht positiv auf die Beschichtungsqualität aus. Daher lohnt es sich die Vorgehensweise genauer anzusehen. Werden die Gebinde mittels eines Wasserschlauchs nach individuellen Gesichtspunkten innen + außen abgespritzt? Geht das gesamte Wasser, egal von welchem Gebinde, in einen Pumpensumpf und dann in einen Sammelbehälter in der Abwasseranlage?

Das ist ein Abwasserstrom, der nicht nur keinen Einfluß auf die Produktionsqualität hat, sondern auch noch hohe Kosten in der Behandlung produziert. Es sind nämlich Konzentrate, die in die Abwasseranlage einfließen und zwar mit höheren Konzentrationen als jeder Aktivbadverwurf. Zum anderen landet das jeweilige Reinigungswasser auch im falschen Sammelbehälter. Um diesen Strom mengenmäßig in den Griff zu bekommen und auch in den jeweils richtigen Sammelbehälter zu leiten, ist der Einsatz einer Gebindewaschstation eine Lösung.

An dem Beispiel wird deutlich, das Sie den Brocken ” Reinigungswässer bzw. Abwasser aud nicht definierten Quellen” durchaus angehen können und es für viele dieser Teilströme auch Lösungen gibt, die die Kosten reduzieren. Link zur Waschstation

Punkt 2: Chemikalienverbrauch. Wenn der Abwasseranfall geringer geworden ist, sollte sich auch der Chemikalienverbrauch verringert haben. Der nächste Blick gilt den Chemikalienkosten. Sind die Verbräuche der teuersten Chemikalien gesunken? Dies sind häufig Zusätze wie Flockungshilfsmittel oder Fällungsmittel, die nicht über die MSR-Technik gesteuert zugegeben werden. Hier setzt eine detaillierte Prozessanalyse an.

Punkt 3: die MSR-Technik. Hat sich der Chemikalienverbrauch kaum verringert, kann eine Ursache die Sensortechnik (MSR-Technik) bzw. deren Parametrierung sein. Um dem auf die Spur zu kommen ist die einfachste Möglichkeit eine Datenaufzeichnung im Prozessleitsystem beispielsweise als Kurven. An der Kurvendarstellung können Sie dann sehr einfach erkennen, ob ein System ins „Schwingen“ kommt, d.h. pH-Sollbereich wird mit Lauge / Kalkmilch überfahren, dann wird mit Säure dosiert und der Sollbereich wieder verlassen, dann wieder Lauge etc. Haben Sie ein altes Prozessleitsystem ohne Datenaufzeichnung können ein externes Gerät mit integrierter Aufzeichnung einsetzten. Fragen Sie uns hierzu.

Punkt 4: Prozessanalyse. Eine Abwasseranlage besteht aus Pumpen, Sensoren, Behältern aber die Basis ist die Verfahrenstechnik. Für einen Galvanobetrieb ist es überlebenswichtig ständig die Prozesse der Beschichtungsanlagen zu optimieren. Leider trifft dies nicht immer auf die Prozesse in der Abwasserbehandlung zu. Solange die Grenzwerte eingehalten werden … Die Kosteneffizienz wird dort seltener hinterfragt. Jetzt wäre eine gute Gelegenheit die Effizienz der Abwasserbehandlung auf den Prüfstand zu stellen.

 

Tipp: REB (Ressourceneffizienzberatung), Details in unserem Podcast HV 4 ab Minute 10:50. Wer von Ihren Mitarbeitern hat die Zeit, die Methodenkompetenz und die Möglichkeiten den 4 möglichen Ursachen nachzugehen? Auch hier greift die REB. Es wird nicht nur der Kostentreiber ermittelt sondern auch Gegenmaßnahmen vorgeschlagen, die auf ihre Realisierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit nachvollziehbar geprüft werden.

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