In diesem Projekt ist vor der Anlagenplanung eine Stoffstromoptimierung durchgeführt worden. Das Wort klingt so einfach. Wie alles was einfach aussieht ist die Realisierung äußerst schwierig.

Wer in der Galvanobranche Zuhause ist weiß, was es heißt mit den Mitarbeitern alte bewährte Verhaltensweisen zu ändern.

Es wurden im Rahmen eines Potenzialchecks die wirtschaftlichen Basisdaten der Stoffstromoptimierung ermittelt.

Zur Kurzpräsentation

Potenzialcheck

Die notwendigen technischen Änderungen an den 5 Galvanoanlagen wurden spezifiziert. Das hierzu notwenige Invest < 30.000 €. ABER Galvanoanlagen sind verfahrenstechnische Anlagen und die Verfahren werden von den Mitarbeitern geführt. 30% aller Kosteneinsparung sind in den Köpfen der Mitarbeiter. Dieses Potenzial gilt es zu aktivieren.

In diesem Projektteil war die Miteinbeziehung der betroffenen Mitarbeiter ein zentraler Ansatz mit den Zielen die Akzeptanz der Umstellung zu erhöhen und durch die Nutzung von Mitarbeitererfahrungen weitere Einsparungspotentiale zu erschließen.

Um die erkannten Mitarbeiterpotenziale kostenrelevant umzusetzen bedarf es einer konsequenten Vorgehensweise unter Zugrundelegung einer strategischen Ausrichtung.

Um diese Ziele zu verwirklichen wurden folgende Veranstaltungen „Workshops“ konzipiert.

  1. Führungskräfteinformation
  2. Umstellungsworkshop je Galvanoautomat
  3. Auswertungsworkshop je Anlage
  4. Führungskräfteworkshop

Als Vorgehensweisen in den Workshops wurden immer teilnehmerorientierte Moderationen gewählt, die zwei Grundbausteine aufwiesen, Wissensvermittlung durch die Moderatoren und Einbringen der Teilnehmererfahrungen. Der gruppendynamische Aspekt wurde besonders durch das Verhalten der Moderatoren und die Betonung des Wir-Gedankens im Workshop hervorgehoben. Details hierzu finden Sie im folgenden Artikel LINK.

Durch die Stoffstromoptimierung wurde der Abwasseranfall auf 25% des vorherigen Anfalls reduziert.

Auf dieser Basis wurde die Abwasseranlage geplant.

Anlagendaten

In der 1. Ausbaustufe wurden die Behälter der vorhandenen Durchlaufanlage anders verwendet und mussten daher neu instrumentiert und neu apparative ausgestattet werden. Die Durchlaufanlage musste bis zuletzt laufen. Die Galvanoanlagen laufen 7 Tage / 24h.

Wir mussten einen „heißen“ Umschluß planen. Auch hier sollte jeder Anlagenstillstand vermieden werden.

Eine besondere Herausforderung war die anlagentechnische Realisation der Teilstromtrennung. Für die alte Durchlaufanlage gab es nur 2 Teilströme: chromhaltig und nicht chromhaltig. Das neue Konzept sieht 6 Teilströme vor. Aufgrund der Raumstruktur war es nicht möglich in freiem Gefälle in die Sammelbehälter der Abwasseranlage zu gelangen. Bei der Planung der 34 Hebestationen musste sowohl das Alter der Galvanoanlagen wie auch das der Bodenbeschichtung berücksichtigt werden. Selbstverständlich wurden Aspekte wie Wartungsfreundlichkeit und Überwachung der Funktion bei allen  Hebestationen berücksichtigt.

1. Ausbaustufe wurden

  • 6 Sammelbehälter und
  • 3 Chargenreaktoren à 25 m3 errichtet.

2. Baustufe

Der weitere Ausbau, bedingt durch die Produktionserweiterung um 2 weitere Galvanoanlagen, beinhaltete 3 weitere Sammelbehälter und 2 Chargenreaktoren à 25 m3 und eine entsprechende Schlußreinigung. Chemikalienlager und Schlammtrocknung wurden ebenfalls neu errichtet.

Hier die Kurzpräsentation.

Write a Reply or Comment

Your email address will not be published.